En Route Travel pimpt Camper-Reisen

Article by Holger Jacobs, FVW Touristik & Business Travel

Vielen Wohnmobilreisenden in Nordamerika fehlen wichtige Informationen und Services. In diese Lücke stößt En Route Travel Canada: Die erfahrenen Camper-Experten suchen nun für ihr B2B-Produkt die ersten Veranstalter-Partner.

„Heute Nachmittag fahren wir noch von Vancouver nach Jasper.“ Solche unrealistischen Vorstellungen für die 800-km-Strecke hat Kimo Linders oft von Wohnmobilmietern zu hören bekommen. Zwölf Jahre hat er beim kanadischen Qualitätsanbieter Fraserway gearbeitet, seine Frau Joanne übernahm freiberuflich Marketing- und Social-Media-Aufgaben für den Motorhome-Vermieter. Nun haben sich die beiden gebürtigen Niederländer mit En Route Travel Canada in Penticton im Süden von British Columbia selbstständig gemacht – um Urlaubern mehr zu bieten als die reine Wohnmobilmiete.
En Route liefert Campern ein individuelles Travel Book samt App, das zur Route viele Insider-Tipps zu Attraktionen, Nebenstrecken, Restaurants und Shops bietet. Besonderer Clou: Der Receptive Operator bucht auch Campingplätze – gerade in der Hochsaison ein wichtiger Service, den selbst Spezialveranstalter nicht bieten. Über die App und eine 1-800-Hotline ist En Route stets erreichbar und kann zudem Urlauber proaktiv kurzfristig benachrichtigen, etwa über Straßensperrungen oder Waldbrände. „Wir sind vor Ort und inderselben Zeitzone wie Urlauber und kennen die Destination aus dem Effeff“, nennt Kimo Linders den wesentlichen Unterschied zu Veranstaltern.
Der neue Receptive Operator beginnt mit Routen in Westkanada (Alberta, British Columbia) und den angrenzenden US-Bundesstaaten, will mittelfristig aber auch andere nordamerikanische Regionen abdecken. Neben den Nordamerika-Spezialisten, die Anfang September im Rahmen einer Europa-Tour besucht wurden, wollen die Linders bald auch größere Veranstalter als Partner gewinnen. Wichtig sei dabei, gleich bleibend hohe Qualität zu liefern, lautet das Credo. Angesichts der Engpässe in vielen westkanadischen Regionen in der Hochsaison will En Route auch helfen, das Geschäft zu entzerren: Kunden sollen auf alternative Regionen – etwa Kananaskis, Drumheller oder Waterton – gelenkt sowie die Aufenthalte an den Hotspots verkürzt oder auf die weniger frequentierten Tage unter der Woche verschoben werden.
So läuft die Zusammenarbeit: Der Veranstalter klärt im Kundengespräch Reisedaten, Urlaubsregion, Über- und Rückgabeort und Teilnehmerzahl, En Route entwirft dann auf Basis der Präferenzen und Bedürfnisse der Teilnehmer (zum Beispiel Soft Adventure, Kulinarik oder eingeschränkte Mobilität) einen detaillierten Routenvorschlag. „Eine geführte Tour ohne Guide“, charakterisiert Kimo Linders das Travel Book, das En Route per Drag & Drop aus einem Bausteinsystem generiert. Das nötige IT-Know-how hat er aus seiner Zeit bei Fraserway: „Ich bin kein Programmierer, weiß aber die richtigen Fragen zu stellen.“